Taugt ma: Darabos zeigt RĂĽckgrat in Sachen Ulrichsberg
Erstmals seit Bestehen der Ulrichsbergtreffen wird es keine Teilnahme des Bundesheeres an den umstrittenen Feierlichkeiten geben. Das österreichische Bundesheer, das bisher eine Ehrenwache, eine Musikkapelle und logistische Unterstützung für die Veranstaltung bereitgestellt hatte, wird sich 2009 nicht mehr an der Durchführung des Treffens beteiligen.
Dies gab Verteidigungsminister Norbert Darabos am 24.August 2009 bekannt. Grund fĂĽr die Entscheidung sind Medienberichte, wonach der gf. Obmann der Ulrichsberggemeinschaft, Wolf Dieter Ressenig, NS-Devotionalien im Internet angeboten haben soll.
Mit dieser Entscheidung zeigt Darabos Rückgrat und Pietät. Unterschiedliche Stimmen aus Politik und Zivilgesellschaft fordern diese notwendige Distanzierung schon seit langem, da dieses Treffen mit einer alles anderen als zufälligen Regelmäßigkeit Plattform internationaler (welch Ironie) neonazistischen Gruppierungen darstellt.
Es geht bei der Kritik am Ulrichsbergtreffen nicht darum, eine Generation in undifferenzierter Weise pauschal zu verurteilen. Was jedoch zu Recht angeprangert werden muss ist eine revisionistische und historisch unrichtige Darstellung der Vergangenheit unseres Landes.
Es waren nicht einige wenige Verblendete, welche die nationalsozialistischen Gräueltaten begangen haben. Es waren vielmehr weite Teile der Bevölkerung, die – aus welchen Gründen auch immer – das Naziregime und seine Ideen mitgetragen haben.
Wenn im direkten Umfeld des Ulrichbergtreffens regelmäßig hochkarätige Neonazis aus ganz Europa aufmarschieren, um gemeinsam mit SS-Veteranen zu politisieren und verstorbener Kameraden zu gedenken, so spricht dies eine eindeutige Sprache.
Eine gesunde Demokratie biete ein weites Feld für viele unterschiedliche Meinungen - und das ist auch gut und wichtig so! Aber um dieser Meinungsfreiheit die nötige Stabilität zu garantieren, muss eine demokratische Gesellschaft stets achtsam bleiben.
Eine starke Demokratie muss undemokratische Ideen und Positionen als solche erkennen und sich unmissverständlich dagegen stellen. Faschismus, Militarismus und Intoleranz sind die Feinde von Freiheit und Demokratie. Menschen, die den Nationalsozialismus verharmlosen oder gar verherrlichen, teilen das demokratische Weltbild unserer Gesellschaft nicht. Umso begrüßenswerter ist für mich die Entscheidung von Minister Darabos, sich von demokratiepolitisch fragwürdigen Veranstaltungen und Gruppierungen klar und deutlich zu distanzieren.













