OBAMANIA. Lokalaugenschein in New York City.

Verfasst von admin am 27. Feb. 2009
2009
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Februar 2009. Erst vor Kurzem wurde der 46jährige Jurist und Demokrat Barack Obama zum 44. Präsidenten der USA ernannt. Schon allein die Person des Präsidenten scheint für viele ein politisches Statement: ein dunkelhäutiger und v.a. sehr junger Mann für diesen Posten. Ein Mann mit einer afrikanischen Oma, einer indonesischen Kindheit und dem zweiten Vornamen Hussein.

 

Bei einer New York - Reise mit meiner Familie konnte ich eine Woche lang hautnah Zeugin der Obamania werden. Begonnen hat es schon am Flughafen: der Zeitungskiosk hätte genauso gut eine Werbekoje für den neuen Präsidenten sein können. Kaum ein Cover, das ohne  Obamas Konterfei auskommt. Barack Obama ist einfach überall - von der Sportzeitung zum Politmagazin, vom renommierten Finanzblatt bis zum Fanzine für Rockmusik, das exklusiv ein Interview mit dem neuen 1. Mann im Staat bringt.

  

clip_image002  Obama everywhere

 

Aber auch während unseres Aufenthaltes wurden wir Tag für Tag mit dem (für uns)ungewöhnlichen Personenkult um Obama konfrontiert. Während sich Staatsoberhäupter in Europa bestenfalls auf Kaffeehäferln oder Streichholzschachteln finden, wenn sie auf adelige Herkunft verweisen können (was nicht grad weniger absurd ist), findet sich Barack Obama scheinbar überall. Ob auf Feuerzeugen, Kaugummi, Schokolade oder Schlüsselanhängern. Ob in den Auslagen der Geschäfte oder an den Wänden der Restaurants. Obama ist omnipräsent. Faszinierend und unheimlich zugleich.

Man stelle sich nur vor: Angela Merkel blickt staatstragend von deutschen Notizblöcken oder Nicholas Sarkozy baumelt in Miniaturversion an den französischen Rückspiegeln…

 

                      Change and Progress - Obamas Schlagwörter    clip_image002[5] 

 

Misst man Obamas Beliebtheit (Symphatiewerte bis zu 70%!) jedenfalls an seiner Präsenz als Pop(ular)- Ikone, so scheint er genau der profane Schutzheilige zu sein, den sich die amerikanische Bevölkerung gewünscht hat.

 

Und Eines scheint ganz sicher: Dass er der US- Präsident ist, den sich Europa und viele andere Regionen auf dieser Welt gewünscht haben.

Dass Obama das vollkommen zurecht kritisierte Gefangenenlager Guantánamo schließen möchte und bereits an seinem 1. Tag im Amt entsprechende Prozesse eingeleitet hat, wird ihn in dieser Position nur stärken…